Call for ideas, BMBF: Medizintechnik für digitale Gesundheitsversorgung

Die Fördermaßnahme zielt auf medizintechnische Lösungen ab, die durch eine stärkere Digitalisierung der Prozesse einen signifikanten Mehrwert innerhalb der Versorgungskette Diagnose – Therapie – Nachsorge/Rehabilitation erbringen.

Schwerpunkte:

Digitale Therapien
Digitale Therapieunterstützungssysteme
Digitale Versorgungsketten
Digitale Fertigungsketten
Das Förderverfahren ist zweistufig.
Die Vorlagefrist für Skizzen endet am *15. September 2016*.

Weitere Informationen:

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1205.html

Das DIGG wird das Antragsverfahren nachhaltig unterstützen.  Für die Zusendung von Ideen (halbseitige Skizze mit Formulierung einer Fragestellung)

wäre ich dankbar.

mit freundlichem Gruß

Prof. Dr. med. Thomas Schmitz-Rixen

 

  

Deutsches Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung

Im November 2009 wurde das Deutsche Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung gGmbH (DIGG) als 100%-ige Tochter der Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) in Berlin gegründet. Das DIGG bezweckt die Förderung wissenschaftlicher Aufgaben in der Gefäßmedizin, sowie die wissenschaftliche Ermittlung, Erforschung, Aufarbeitung und Registrierung gesundheitspolitischer Daten.

 

Hierzu gehören:

  • die kontinuierliche Erfassung epidemiologischer Daten zu arteriellen und venösen Gefäßerkrankungen in Deutschland
  • die kontinuierliche Erfassung der ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen für Patientinnen/-en mit peripheren Gefäßerkrankungen
  • die kontinuierliche Erfassung der Spezialisierung und Qualifikation von Ärztinnen und Ärzten, die im ambulanten und stationären Bereich gefäßkranke Patienten versorgen
  • die kontinuierliche Dokumentation und Bewertung von Qualitätsindikatoren der gefäßmedizinischen Versorgung
  • die Durchführung von Beobachtungsstudien zu gezielten Fragestellungen in der vaskulären Versorgung
  • die Erfassung gesundheitsökonomischer Daten aus dem Bereich der ambulanten und stationären vaskulären Versorgung
  • die Begleitforschung bei der Implementierung von regionalen oder nationalen Screening-Programmen

Das Deutsche Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung gGmbH (DIGG) wird, erfassbare Daten und wissenschaftliche Ergebnisse in enger Zusammenarbeit mit der DGG, der Private Akademie und den zuständigen Kommissionen/Sektionen (insbesondere mit der Kommission „Qualität und Sicherheit“) zeitnah veröffentlichen. Das DIGG ist im Langebeck-Virchow-Haus (Luisenstr. 58-59, 10117 Berlin) ansässig.

Für das Thema Versorgungsforschung wurde eine enge Kooperation mit dem Competenzzentrum Versorgungsforschung bei vaskulärer Erkrankungen (CV Vasc) in Hamburg geschlossen. Dieses Institut wird geleitet von Herrn Prof. Dr. med. E. Sebastian Debus und Herrn Prof. Dr. med. Matthias Augustin, der ebenfalls Inhaber eines Lehrstuhles für Gesundheitsforschung an der Universität Hamburg ist und Mitverfasser des Memorandums „Register für die Versorgungsforschung“. Projekte die im Rahmen dieser Kooperation laufen sind u.A. Haut-/Gefäßscreening , Survey zum deutschlandweiten US-Screening AAA, Wundregister, Schmerzstudien und die Versorgung von Wunden in Deutschland. Das DIGG ist Mitglied des Deutschen Netzwerk für Versorgungsforschung (DNFV).

 

Versorgungsforschung  und  Qualitätssicherung  in der Gefäßmedizin

Der Wert einer Versorgungforschung in der vaskulären Medizin ist gerade heute bei spürbarem demographischem Wandel in der Bedeutung deutlich gestiegen. Dies besonders, da es keine nationalen oder europäische Pflichtdokumentationen zur Versorgungsforschung gibt. So hat sich die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG e.V.) dieses Thema angenommen, um in der Zukunft durch eine fachgesellschaftsinterne Datensammlung valide Zahlen zur Versorgungsituation auf dem Gebiet der vaskulären Erkrankungen und der vaskulären Versorgung der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu haben. Ein nicht unwesentlicher Anstoß zur Investition in die Versorgungsforschung ist auch die Tatsache, dass in den allermeisten Fällen mit der Versorgungsforschung eng verknüpft eine Initiative zur Qualitätssicherung möglich und nach Analyse der Daten ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätsverbesserung realisierbar ist. Um diese Aufgaben zu realisieren hat die DGG das Deutsche Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung als gGmbH (DIGG) und Tochter der DGG 2009 gegründet. Den Grundstein dafür hat Prof. H.H. Eckstein gelegt, der im Namen der DGG für das erste Jahrbuch Gefäßchirurgie  2009 die ersten Daten zur vaskulären Versorgung in Deutschland zusammengetragen hat. Die gewonnenen Daten aus 2000 bis 2007 haben aufgezeigt, welche herausragende Bedeutung die gefäßchirurgischen Einrichtungen, gleich ob stationär oder ambulant, in der Versorgung der Gefäßpatienten in Deutschland haben. Die gesundheitspolitische Bedeutung der „Gefäßchirurgie“ wurde aus dieser ersten Daten-Analyse erstmalig deutlich und hat uns praktisch die Aufgabe auferlegt, hier durch eine professionalisierte Datensammlung in einer eigens dazu eingerichteten Institution (DIGG) aktiv zu werden. Durch die begründete Kooperation mit dem Competenzzentrum Versorgungsforschung bei vaskulären Erkrankungen (CV Vasc), welches an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf angegliedert und durch Prof. E.S. Debus  und Prof. Dr. M. Augustin geleitet wird, hat das DIGG die Voraussetzung für eine hochqualitative und professionelle Datenbearbeitung geschaffen. Seit 2012 ist die DGG / DIGG Mitglied des „Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung  (DNVF e.V.). Das DIGG hat als Partner für die web-basierte Datenübermittlung und Datensammlung die Firma w//center Consulting GmbH in Hamburg, die die Eingabemasken nach Vorgaben für die Qualitätssicherungsprojekte „QS-BAA-Register“ und  „QS-Varizen-Register“ erststellt hat und als IT-Firma die „hard- und software“ für die Register zur Verfügung stellt. Die Neugestaltung der Register wurde durch die Mitglieder des Vorstandes der DGG und die Geschäftsführung des DIGG, federführend von Herrn Dr. H. Nüllen vorgenommen.

Mit der Erstellung des QS-BAA-Registers und des QS-Varizen-Registers will die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin als ersten Schritt in der Versorgungsforschung eine valide Datensammlung aufbauen, die als Ziel die Sammlung von Grundlagendaten zur Versorgung der Bauchaorten- und Varizen-Patienten und die Dokumentation der Qualität der chirurgischen Versorgung hat. Die „outcome“-Analyse einer jeglichen teilnehmenden Klinik/Praxis wird im Sinne einer „benchmark“-Analyse für jeden Teilnehmer aufbereitet. Die Teilnahme an den Qualitätssicherungsprojekten ist kostenpflichtig, für jedes zertifizierte Gefäß-Zentrum Pflicht, aber für jede nicht zertifizierte Klinik oder Praxis im Sinne des Qualitäts-“benchmarking“ eigeninitiativ immer möglich. Das übergeordnete Ziel der QS-Register-Initiative ist in Anbetracht des Qualitätsaspektes die Verbesserung der gefäßmedizinischen Versorgung in Deutschland. Diese QS-Initiative des DIGG bietet den individuellen Nutzern – Kliniken oder Praxisärzten – die Möglichkeit klinische Daten zu den einzelnen Erkrankungen (BAA u. Varize) zu sammeln und im Sinne des „benchmarking“ zu analysieren. Die QS-Register sammeln praeoperative Patientendaten, Risikofaktoren, intraprozedurale Variablen/Optionen/Therapieverfahren, postprozedurale „outcomes“ und „follow-up“-Daten. Eine Bewertung der eigenen Qualität der Behandlung in Relation zu demographischen Daten und Risikofaktoren und im Vergleich zu anderen Kliniken /  Praxen („benchmark“) ist möglich und ein elementarer Bestandteil für die Qualitäts –Verbesserung.

Dass dies möglich ist, zeigt die „Vascular Quality Initiative“ der US-Gesellschaft für Gefäßchirurgie (SVS VQS). Diese konnte z.B. zeigen, dass

  1. bei AVK-Patienten durch die prae-operative Gabe von Betablockern und Statinen das post-operative Komplikationsrisiko gesenkt werden konnte und durch diese Erkenntnisse konsekutiv der prae-operative Einsatz von Betablockern von 68 % auf 88 %  und von Statinen von 53 % auf 89 % anstieg.

  2. Reduktion der post-operativen Rezidiv-Stenosen nach Carotis-TEA durch Einführung der Carotis-Patch-Plastik (anstelle fortlaufende Naht). Dadurch stieg die Anwendung der Carotis-Patchplastik von 84 % auf 100 %.
  3. Durch „benchmark“-Analysen Reduktion der Krankenhausletalität bei offener BAA-OP von 5 % auf 2 % für elektive Operationen und von 32 % auf 28 % bei rupturiertem Aneurysma.

  4. Anstieg der weniger invasiven Stentprothesen-Versorgung beim elektiven BAA von 36 % auf 75 %.

    Quelle:  Nationwide Impact Sample (NIS). Healthcare Cost and Utilization Project (HCUP). 2007-2009. Agency for Healthcare Research and Quality, Rockville, MD.  www.hcup-us.ahrq.gov/nisoverview.jsp 

Was beabsichtigt die  DGG / DIGG  mit der Qualitäts-Initiative bzw. dem Qualitäts-Register ?

  • Bereitstellung eines sicheren, web-basierten Registers für die Datensammlung von vaskulären Erkrankungen (z.Z. Start mit einem BAA- u. Varizen-Register, andere folgen). Das System ermöglicht eine online-Analyse der eigenen Daten.
  • Verbesserung der Patientensicherheit durch Sammlung und Analyse der Patientendaten, die als „benchmark“ den einzelnen Praxen/Kliniken zur Verfügung gestellt werden.
  • Bereitstellung einer Infrastruktur „CVvasc“ zur Analyse, Verarbeitung und Aufbereitung von Daten zur vaskulären Versorgung in den eigenen Kliniken / Praxen und in Deutschland.
  • Aufforderung an alle Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, die an der Versorgung von vaskulären Erkrankungen beteiligt sind, sich an den Registern zu beteiligen, um über die Datensammlung in der Zukunft ein gewichtiges Tool zu haben, um eine fundierte Gesundheits-und Berufspolitik betreiben zu können.